Cimarron bibliophil 2014

Eine Nation ist kein Garten Eden

Poetische Texte - 250 Seiten
Doppelband: Eine Nation ist kein Garten Eden/Mysterium

 

Wie hilflos die Gedanken sind


Dies schwache Tier mit Namen Mensch,
das lauernd seine Art umkreist,
von altersher verschlagen und gerissen ist,
das auch im Alter immer noch nicht weiß,
wie stark sein Wille ist, und wie
hilflos die Gedanken sind, was sein
Bewußtsein sonderbar erregen kann,
nachtragend ist, zur Rache neigt,
wenn seine Ehre, die ein Teil des Staubes
dieser Erde ist, sich wichtig nimmt,
als wäre Leben zu verwechseln mit dem falschen
Stolz, ein ausgereifter Mensch zu sein,
mit Tugenden wie Toleranz und Liebe vollgestopft,
auf dieser Basis sich erkennt, und doch nicht
weiß, wer er im Grunde ist. – Verträgt sich
Überleben in der Zeit mit solcher inneren Not?

 

Mißverständnis auf Italienisch

Südlich von Tirol, in den Schluchten des Höllentals,
versteckt in einsamen Höhlen, warten Marcus Mussolinius Legionen darauf, alle umliegenden Berge,
Alpenwiesen und Wanderwege zu besetzen und sie
dem GROSSEN RÖMISCHEN REICH einzuverleiben -
seit zweitausend Jahren.
Rehe, Hirsche, Gemsen, Hasen und Füchse, ja
sogar die Murmeltiere erhalten wohlklingende
neue Namen - und eine neue Identität, im Namen
der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Wohlergehens.
Zweisprachigkeit heißt die Devise. Und nur der
Stärkere weicht gern von dieser Regel ab.
Und was die Menschen angeht, eine Handvoll
Barbaren, auch Deutsche genannt, verstockte und
sprachlich undisziplinierte Gesellen, verwachsen mit
dem Land der Sonne und des Schnees seit Hunderten
von Jahren, ein alter Stamm, der immer schon Augustus‘ Legionen trotzte, und ganz gewiß auch seßhaft, wie
das in Gegenden mit hohen Bergen üblich ist, auch
fleißig und von ehrenhafter Art, sie alle wissen um
das Recht des Volkes auf Selbstbestimmung, ohne
annektiert zu werden, was sicherlich in unserer Zeit ein
grobes Mißverständnis wär, das sich auch ändern ließe - unter Demokraten. Doch leider sagt AUGUSTUS nein!

Wolfgang Schäuble. Ein deutscher Minister.

Ein ernster Mann, der weiß, wie man dem
Staat zu dienen hat - mit Sachverstand und
Fleiß; und wie man einen feigen Angriff auf
sein Leben überstehen kann, sich nicht geschlagen
gibt bei mühsamen Gesprächen, und seinen Job
nicht als ein Anhängsel der eigenen Partei versteht.

Ein Mann, der sein Bestes gibt, und auch die Tücken kennt, die in Verträgen sich verstecken können.
Und sich nicht überreden läßt, was niemals
dem Gemeinwohl dient. Ein Mann, der Härte zeigt,
und unser Land vor dem Ruin bewahrt: 2012, Europas Schuldenjahr, von dem er auch nicht sagen kann, was noch an unerquicklichen Begebenheiten vor uns liegt.

Respekt vor einem mutigen Vertreter unseres Volkes, der nur das Ganze sieht, und sich zurückhält mit dem
eigenen Leid, das seine Zeit im Rollstuhl mit sich
bringt. Ein solcher Mann zeigt uns, daß man
auch ausweglose Lagen überwinden kann, wenn man zusammenrückt und keinen Zweifel an der Zukunft hat.
Hängt ihn

Das ist der Mann.
Ich erkenne ihn wieder.
Er trägt noch den Beutel Gold.
Hängt ihn!

Seht ihr sein Gesicht!?
Nur er kann es gewesen sein.
Wie ein Teufel sieht er aus.
Er ist ein Teufel.
Hängt ihn!

Worauf wartet ihr!?
Nehmt ihm das Gold ab!
Es gehört mir. Mir!
Ich sage Euch: Das ist er.

So ist es gut.
Her mit dem Gold!

Sie hängten ihn auf.
Der Strick, an dem er hing,
riß entzwei.
Nichts weiter blieb zurück.

Aus dem Beutel des Reichen
sickerte Blut, fiel in kleinen
Tropfen auf die Erde.

Sie knoteten einen neuen Strick.
Das Parlament, die Freiheit und das Recht

Was Freiheit ist, von der es heißt, daß sie den Garten
unseres Lebens schützt, und daß, wer unser Volk vertritt,
ein Zeitmandat besitzt, weiß jeder Demokrat.

Und weiß er auch, daß die Gewählten kein Hilfsorgan
in diesem Lande sind, wie Norbert Lammert sagt, vielmehr
das Herz der Freiheit, und daß allein der Bundestag, das
Parlament, ein Gesetz beschließt, und daß kein Richter
dieser Welt sich über die Verfassung seines Landes stellen
darf? Wo solche Regeln gelten, sind wir gern zuhaus.

Was Freiheit ist in einem Staat des Rechts, von dem wir glauben, daß auch er den Garten unseres Lebens schützt, läßt uns wie Freie reden, ohne jeden Skrupel, mit jenem langen Atem eines Demokraten, der den politisch Engagierten vertraut – und nicht vergißt, daß Solidarität der Schlüssel ist zu  unserem Zukunftshaus.


Wahres Glück

Wenn Reichtum zum Verhängnis wird, wie Sallust sagt,
Habgier Vertrauen unterhöhlt, wie Redlichkeit, und
alles käuflich scheint, als wäre unser Leben keine
Freundschaft wert, und Menschlichkeit ein Fremdwort,
erinnern wir uns gern an eine Zeit, in der wir noch
am Anfang standen mit den Wünschen und daran glaubten,
daß Fleiß und Ehrlichkeit uns weiterbringen, und daß auch
das Gemeinwohl wenig Spielraum läßt für egoistische
Interessen, vielleicht, weil wir der allgemeinen Sache
dienen wollen, weil Macht und Ansehen des verdammten
Geldes noch niemals wahres Glück geschaffen hat,
stattdessen Korruption in allen Gliedern unseres Staates;
und jene, die auf diesem Weg marschierten, schon immer
Taugenichtse waren... von erbärmlichem Format.

Sentimentale Erinnerung

Alles geben die Götter,
verborgen und weise,
ihren Lieblingen ganz.

Die endlosen Qualen des
Sicherkennens, die äußere Not,
die Mißgunst ihrer Zeit, nutzloses
Tun – und wenig Spaß, ganz.

Und was die Freuden betrifft,
die unendlichen, verspüren die
Lieblinge seit ihrem ersten Tag
die Angst, wovon sie niemand befreit.

Und nur unter Schmerzen erkennen
sie, ganz, was sie zu sagen haben,
im unerbittlichen Lebenstanz –
wie es den Göttern gefällt.
Ein Störenfried

Sie ist wie eine sanfte Woge -
unsere Phantasie,
trägt sich im stillen fort.
Woher sie kommt und wie zu uns gebracht,
wer weiß das schon!

Aus welcher Not sie wohl entstanden ist?
In frühen Tagen schon ein Störenfried,
und manchmal ausgelacht,
das Schöne auf den Kopf gestellt,
das Häßliche mit Lob bedacht,
eine Zweiflerin, der man alle Knochen brach;
und trotzig wie ein Schwerenöter, Dieb und Vagabund,
hält sich in allen Klassen auf,
und meidet die Verbrüderung.
Klopft sich am liebsten selber an die Brust,
hat über alle Zeiten nachgedacht,
und nur an sich geglaubt.
Zeigt uns mit jedem Wort ein anderes Gesicht -
das hält der beste Mann nicht aus!

Sich zu verändern liegt ihr nicht.
Sie bleibt der selbsterdachten Wahrheit treu,
weil sie am besten weiß, wo sie zuhause ist -
in einer alten Tradition,
das ist das Bild vom Guten,
das jede Faser ihres Seins erhellt.
Bei aller Phantasie!
Im Wahren kennt sie sich noch am besten aus.
 

* * *

Eine Nation ist kein Garten Eden - Nr. 8  

Erstauflage

September 2014. Die ersten sieben numerierten Ausgaben bleiben beim Team.

Reihe

Cimarron bibliophil, im Prägestempel vom Autor numeriert und signiert.

Buchumfang

250 Seiten

Text/handschriftl. Vermerke/Foto

Gregori Latsch, Cimarron-Team. Das Porträtfoto des Autors liegt in einer Transparenttasche, datiert und signiert.

Gestaltung/Satz/Laserdruck

Doris Hess, Cimarron-Team

Grafiken im Druck bzw. im Original
auf dem Cover

Ralf Biskup, Cimarron-Team

Buchblock

A5-Format, von Hand gebunden.

Papier

Vorsatz Bütten. Innen verschiedene Büttenqualitäten, Fein- u. Transparentpapiere. Schmuckpapier (Zander, Hahnemühle etc.) von Fall zu Fall.

Besonderheit

a) Dieser Doppelband gehört neben den Büchern Nr. 2 u. 4 aus dieser Reihe zu der TRILOGIE des Herzens, der Liebe und der Vernunft.
b) Der Autor hat aus seinen zehn Bänden mit poetischen Texten eine endgültige Auswahl getroffen, die repräsentativ für dieses Genre sein soll. Dazu gehört der Band 14 dieser Reihe: Streifzug durch die Zeit, der die Balladen und Sonette des Autors enthält.
c) Um mit den wegweisenden Texten der poetischen Trilogie alle Literaturinteressierten zu erreichen, bemüht sich das Cimarron-Team, im Kontakt mit etablierten Verlagen, um eine Herausgabe der Trilogie für den Buchhandel. Siehe hierzu auch unsere Ausführungen in der Rubrik Preis für die bibliophilen Ausgaben!
d) Im Anhang gibt das Team bzw. der Autor in den Anmerkungen Auskunft über Zitate und den Entstehungsprozeß einiger Texte.
e) Jeder Band enthält neben dem normalen ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis aller Titel.

Preis

Leinenausgabe 260,00 € - Lederausgabe 320,00 €
(incl. Mwst. u. freie Zusendung innerhalb Deutschlands).

© 2015  |  info@Cimarron-art.de  |  Kontakt  | Impressum
www.Cimarron-art.de