Cimarron bibliophil

Fährmann, o Fährmann

Irgendwann am Ende des 21. Jahrhunderts
270 Seiten

LiteraNoir


In einer dieser schrägen, verdreckten Kaschemmen unserer Stadt traf ich auf Charon, dem Hades untertan, ein gewitzter Bursche, und verantwortlich für alle Toten. Ein Mann der ersten Stunde.
Er war der Fährmann, der die Seelen der Verstorbenen ans andere Ufer in das Totenreich brachte. Bevor dies geschah, hörte er sich das Gelaber dieser traurigen Gestalten, ihre Klagen und Erinnerungen an. Das waren Geschichten ohne Ende! Manch einer hatte sich noch zu Tode gelobt über seine Zeit als lebender Mensch, und konnte sich nicht satthören an den schönen, wunderbaren Erlebnissen als Sterblicher.
Am traurigsten war der Gesang jener, die als angesehene Männer, wie sie behaupteten, der Zeit ihr Siegel des Wissens und der Macht aufgedrückt hatten, deren Worte Gesetz waren für die Masse der Menschen. Daß sie nach ihrem Tod am schnellsten vergessen wurden, erfuhren sie erst viel später.
Und am niederträchtigsten benahmen sich die Reichen aus aller Herren Länder, die über den Verlust ihres großen Abenteuers Leben nicht hinwegkamen, sich um ihren Reichtum geprellt fühlten, und wie kleine Hunde um die Rückkehr in ihr verwöhntes Leben winselten. Und das störte Charon gewaltig.


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Er war kein besonders umgänglicher Typ, eher ein wenig verbissen, ungepflegt und bösartig.
Daß ich ihn in einer dieser Spelunken traf, war ein Zufall. Irgendeine Stimme hatte mir zugeflüstert, daß ein ganz Großer dort sei, der eine Menge zu erzählen wüßte. Ich war gespannt.
Und Charon, der endlich einmal herausfinden wollte, woran es lag, daß die Lebenden in der Oberwelt sich so schrecklich vermehrten, ihre Zahl ins Unermeßliche zu steigen drohte, gönnte sich ein paar freie Tage, auch auf die Gefahr hin, daß die Totenschlange an seiner Fährstation kein Ende nahm.
Daß jeder Schritt nach oben zu den Menschen von langer Hand geplant, und alle eventuell auftretenden Schwierigkeiten einkalkuliert waren, gehörte zu der verschwiegenen Taktik solcher Wesen. Natürlich sind diese, meine menschlichen Gedanken nur Vermutungen, die mir am Anfang der Geschichte zugefallen sind. Und wie so etwas zustandekommt, kann sich jeder denken, dessen Herz und Hände ans irdische Leben gebunden sind.
Die Phantasie hat damit am allerwenigsten zu tun. Manches Wissen kommt einer Erleuchtung gleich. Bei dem einen fällt sie bescheiden aus, bei dem andern dringt sowas durch alle Poren der Vernunft.

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Nun saßen wir uns gegenüber, nachdem er mich wie einen alten Bekannten umarmt hatte – der zweite Mann der Unterwelt. Nicht zu verwechseln mit jenem unbedeutenden Ableger menschlicher Krimineller, die aus gutem Grund die Oberwelt, unsere eigentliche Lebenswelt, zu fürchten hatten.
Der Gedanke an die unerreichbare, tiefergehende Welt der Toten verwirrte mich. Dabei hatte ich unzählige Fragen auf Lager. Und ich war mir sicher, daß auch der Fährmann womöglich vor Neugierde jeden Moment platzen müßte, wenn wir nicht bald ins Gespräch kamen.
Und dann legte der Kerl los! Und ich hörte ihm zu, unendlich lange, so schien es mir; und ohne jeden Akzent in seiner dumpfen, harten Sprache. Er war wahrhaftig einer der wenigen Typen auf diesem Planeten, von denen man sagen konnte, sie beherrschen unglaublich viele Sprachen und Dialekte.
Er begann mit einem irrsinnig wilden Stakkato. Und er redete, ohne das Gesicht zu verziehen. Das war auch nicht nötig bei seinem vermurksten Aussehen. Es war die Sprache, und die Akzentuierung der Worte, die mich in den Bann zogen.

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„Sie glauben, nicht angekommen zu sein... lächeln nicht... sind kein bißchen weise... Angst kennen sie auch nicht... manche schweigen... sehen mich an wie einen Erlöser... alle sind nackt... ein nebliger Schleier umgibt sie... einige fürchten, daß sie ihre Seele verlieren... ihr Körper ist ein anderer geworden... und manche reden ununterbrochen... sagen, was sie bedrückt... sagen, wer sie waren in der Oberwelt... sagen, was sie getan haben... als Lebende... Stolz macht sich breit... worauf, wissen sie nicht... die Bindung zur Oberwelt ist abgebrochen... hilflos sind sie, wie am ersten Tag ihres Lebens... unwissend, ein Bündel Leben, das ohne ihre Hilfe nicht überleben könnte... nicht überleben könnte... danach sehnen sie sich... und würden die gleichen Fehler wieder machen... Die Kahnbesteigung bringt sie endgültig vom Leben in den Tod... Dabei schwätzen sie ununterbrochen... Ihre Nachbarn interessieren sie nicht... und die Dunkelheit durchblicken sie auch nicht... Das Zittern ihrer Seele nimmt kein Ende... Einige beginnen zu beten... andere rezitieren die großen Poeten... Ihre Klagen nehmen kein Ende... Ich höre ihnen zu und schweige... Was könnte ich ihnen auch sagen!“

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Er tanzte mit einem pompös hergerichteten älteren Mädchen, vollschlank, aber temperamentvoll, die ihm am Hals hing wie ein nasses Handtuch. Und Charon, das Model, hatte seine Arme um sie geschlungen, und genoß mit seinen breiten Händen die prallen, nach allen Seiten tänzelnden Backen der Dunkelhaarigen, die wahrscheinlich nicht fähig war, zu begreifen, daß sie in ihren schönen Krallen einen jungen Spund mit fantastischem Aussehen hielt. Und der ganz sicher von guten Eltern stammte, vermutete sie, das war ihren Augen anzumerken, die wohl noch nie so viel Glück ausgestrahlt hatten.

Ach, hätte der Fährmann doch nur einmal sein wahres Gesicht gezeigt! Aus der dann folgenden Ohnmacht wäre die Schöne nie mehr wieder erwacht.

Es war nicht leicht, in dieser Situation an ihn heranzukommen. Ausgedörrte Gestalten wiegten sich in einem Tanzrhythmus, der ihre Knochen zum Bersten bringen mußte, wenn sie weiterhin solche absurden Bewegungen durchführten. Andere torkelten, das Fläschchen Bier in der Hand, über die klebrige Tanzfläche, und gaben zu der hämmernden Musik ordinäre Texte zum Besten – und niemand nahm daran Anstoß.

Bei einer günstigen Gelegenheit flutschte ich durch die Reihen und landete bei dem Model und seiner pompösen Braut.

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„Ich hab das Treffen klar gemacht“, flüsterte ich Charon ins Ohr, der mindestens so gut hören konnte wie ein Wolf. Er nickte mir zu und ließ dann seine korpulente Schöne noch einmal um sich wirbeln, was sie mit erstaunlicher Bravour zu Ende brachte, ohne zu ahnen, was dann geschah.

Der alte Haudegen, diese Halloween-Maske aus der Unterwelt, der jetzt mit dem Gesicht eines Models auftrat, fiel vor der Schönen abrupt auf die Knie, was das Volk rundherum in Erstaunen versetzte, und die lautesten Schreier still machte. Ich traute meinen Ohren nicht, was er dann zu der aufgedonnerten Lady sagte:

„Meine Schöne, willst du
meine Frau werden?“

Es war noch stiller geworden in diesem dreckigen Nest. Eine solche Szene hatte es in der verlassenen Spelunke, in der die traurigsten Geschichten des Lebens kursierten, noch nie gegeben – und wäre auch nicht vorstellbar gewesen. Ich hätte heulen können vor Sentimentalität. Wie soll man eine solche emotionale Rarität je vergessen können!

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Charon hielt wie ein schüchterner Jüngling die ringverkleidete Hand der Dunkelhaarigen und wartete auf eine Antwort. Doch diese war noch von dem Herumwirbeln ziemlich außer Puste, bis ein lautes Ausatmen sie explodieren ließ – die Luft war heraus. Es folgte ein Schrei, der in dieser Kaschemme noch nie erschallt war. Es war ein Glücksschrei der Schönen, danach folgte ein Lachen, das mehr einem traurig-süßen Weinen glich.
Sie zog Charon nach oben, fiel ihm um den Hals, und sagte ihm ihre Antwort ins Ohr: „Ja, ich will!“
Das hatten die wenigsten im Raum gehört, interessierte die beiden Verliebten auch nicht. Bis die Aufforderung von allen Seiten erscholl: „Lauter!“ – „Lauter!“ – Lauter!“
Ich konnte Charons Gesicht nicht erkennen, nur das der Schönen, die sich breit schlagen ließ und ihr „Ja, ich will! Ja, ich will!“ in das verqualmte Lokal schrie. Ein Beifall brauste auf, den ich diesen abgestumpften Typen nicht zugetraut hätte. Vielleicht gab es doch eine Menge guter Seelen unter den scheinbar verlorenen.
Was war geschehen?, fragte ich mich. Wer hatte hier wem die Show gestohlen? Ein über jeden Zweifel erhabener Typ, anscheinend aus besten Verhältnissen stammend, zufällig gestrandet in einem nächtlichen Haus des Vergessens, gab einem anderen Wesen die Hoffnung, etwas Besonderes zu sein... Und einer von beiden glaubte daran. Das Spiel ging weiter.

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Neugierig wie ich war, sah ich mich noch einmal um, bevor wir die Kaschemme für‘s temporäre Eheversprechen verließen; ihre ehrenwerten Gäste sorgten sich wieder um ihre eigenen Probleme, der Lärm war noch zu ertragen.
Und die korpulente Schöne stand verlassen in der Mitte des kleinen Tanzplatzes, ihre Indianerbemalung glänzte hin und wieder auf. Sie stand da wie eine Jungfrau, die das große Erlebnis mehr oder weniger glücklich hinter sich gebracht hatte; nestelte unruhig und verlegen an ihrem Flitterkram herum, der an ihrer Kleidung hing – und begann zu weinen, elendig zu weinen! Das riß mich fast auseinander.
Da zog mich Charon endültig nach draußen auf die Straße. Er sah mich ernst an.
„Warum quälst du dich so! Sie hatte ihr Erlebnis. Und davon wird sie ein Leben lang zehren.“
Das reicht nicht, sagte ich mir. Wir haben eine andere Vorstellung vom Glücklichsein, eine, die uns Menschen berührt – für eine lange Zeit.
Warum haben die Mächtigen so wenig Verständnis für die kleinen Freuden des menschlichen Lebens! Und warum traute ich mich nicht, Charon danach zu fragen!
Es ist wahr, die Wirklichkeit kann größer sein als unsere poetische Phantasie. Was vor unseren Augen geschieht, zeigt nur einen Teil der Lebensbilder. Es sind unsere Gedanken, deren Vorstellungshorizont die Wirklichkeit erträglich macht.

Seite 39
„Du verbirgst mir etwas!“ rief er auf einmal aus. Mit Druck in der Stimme, während wir an einem ruhigen Platz im chinesischen Restaurant auf unser bestelltes Essen warteten.
Geht das schon wieder los!, dachte ich, ohne verärgert zu sein. Hier auf Erden besaß Charon keine Macht, hier hatte ein anderer etwas zu sagen. Zaubern konnte er, so lange er wollte, und das tat er ja auch; seit wir beim Chinesen waren, zeigte er sich wieder in der Rolle des Models; und alle Frauen in unserem Umfeld, und auch ein paar sehr rhythmisch sich bewegende Männer, mit gepflegtem Äußeren, gönnten ihm mehr als einen Blick, sie verschlangen ihn fast mit ihren Augen. Welche Emotionen bewegten sich dabei in seinem Innern?!
Und das erste Mal nahm ich eine männliche Schönheit an ihm wahr, wie ich sie mir beim besten Willen nicht hätte vorstellen können. Teuflisch anziehend!
Was für ein verdammter Verwandlungskünstler ist dieser Mann, dachte ich im Stillen. Und welche fantastischen Möglichkeiten böten sich ihm in unserer Gesellschaft. Ich kam nicht los von diesem blendenden Aussehen.

Seite 46
Er lächelte, fast schon jovial, wie das Großmütter in einer wohlwollend-gemütlichen Art gegenüber ihren Enkelkindern tun.
„Alle Texte, die meine Aufgaben berühren, bitte ich zusammenzustellen und sie ans Ende zu bringen...“
Ich fiel ihm (es war das erste Mal) ins Wort: „An welches Ende?“
„Das ist eigentlich die zweite Aufgabe, der du dich stellen sollst, sie betrifft die Zusammenfassung aller poetischen Texte, die in irgendeiner Weise...“, er begann zu flüstern, „vom Tode handeln.“
Jetzt war es gesagt. Und er hatte sogar darum gebeten. Eigentlich hätte ich ihn dafür herzen sollen. Doch dann kamen mir Bedenken.
Um den ganzen Jammer des Abschieds vom Leben sich permanent ins Gedächtnis zu rufen, das konnte nur ein Gehirn vom Schlage des Fährmanns Charon aus der Unterwelt sich einfallen lassen – und Gefallen daran finden.
Innerlich war ich angenehm berührt von der Sache, wußte ich doch, was auf ihn zukommen würde, auch wenn ich mich an die einzelnen Texte nur noch vage erinnern konnte. Doch einer ging mir nicht aus dem Kopf. Leih dem Tod kein Ohr!, so lautete der Titel zu einem Text, dessen aggressive Art ihn kaum entzücken dürfte. Und er war wie ein Faustschlag ins Gesicht des Todes.

Seite 49
Der Fragereigen begann sich zu drehen. „Ist das ein guter Freund von dir?“ Bea. – Ich wußte, daß noch nicht die Zeit gekommen war, um die Wahrheit zu sagen. „Ja, das ist er. Ich bin mit ihm und seinem Umfeld ganz gut vertraut...“ – „Er muß doch ein Model sein, oder?“ Wieder Bea. – Und das mißfiel mir; eigentlich hatte ich ein Auge auf sie geworfen. „Ja, also, ich denke, er bringt die besten Voraussetzungen dafür mit.“ – „Lebt er in dieser Stadt?“ Lia. – „Weißt du, er ist immer auf Achse, aber an und für sich hat er einen festen Wohnsitz...“ – „Er ist sehr still...“ Bea. – „Vor allem ist er ein guter Zuhörer. Was er sich schon alles anhören mußte in seinem Leben.“ – Ich lag goldrichtig mit meiner Meinung. „Wie meinst du das?“ Lia. – Ich überhörte diese Frage. Stattdessen stellte ich ihr eine eigene. „Gefällt er dir? Er ist noch allein. Und, im Vertrauen, ein schüchterner Junge..., du verstehst, was ich meine.“
Die beiden Frauen kicherten vor sich hin, wie das so üblich ist, wenn es um Anbändelungen geht.
Nach diesem Gespräch hätte ich gern von Charon erfahren, was sich aus all dem entwickeln würde.., ich denke, daß er mir diese Vorfreude nicht vorenthalten sollte. Ach, zum Teufel mit..., nein, es lebe Charon! Geduld ist auch eine Tugend. Und Charon kann ein Lied davon singen.

Seite 68
Nach einem viel zu langen Aufenthalt im Nachtstern, dieser schmuddeligen Kaschemme, unter lauter häßlichen Typen, allen voran Charon mit seinem Narbengesicht, tat es gut, die Nähe eines weiblichen Wesens zu spüren – ihr Haar, die sanften Rundungen und zärtlichen Bewegungen. Eine liebevolle Ruhe lag über dem Raum.
Das hielt nicht lange an. Ein Sphärenklang erreichte unsere Ohren, von einer musikalischen Ausdrucksform, die unmöglich zu bestimmen war; sie umnebelte unsere Gedanken, wir empfanden einen Zustand des Schwebens.
„Was ist das?!“ hörte ich Bea flüstern. „Ich weiß nicht; unsere Körper gehorchen uns nicht mehr“, erwiderte ich, während wir uns ineinander verknäulten, und am Ende übereinanderliegend uns auf der Couch wiederfanden.
Was waren das für Küsse! So tief empfunden und voller Leidenschaft, ohne jede Gier nach mehr...
Ich wähnte mich im Paradies der Liebe. So schön kann süßes Träumen sein, durchfuhr es mich.
Wir schienen ineinander zu verschmelzen – so stellte ich mir göttliche Emotionen vor. Körper besaßen wir nicht mehr, unser Denken war aufgehoben – waren wir andere Wesen geworden? Zu wem gehörten wir jetzt? Menschliche Gefühle gab es nicht mehr. Nur der bescheidene Rest eines Bewußtseins war uns geblieben.

Seite 72
Hades war auf dem laufenden, er nahm sich der Sache auf seine Weise an. Als Harry sich nach ihm umsah, hatte Hades sich in einen seriösen Geschäftsmann verwandelt, und so trat er auch auf.
„Dieser Charon...“, murmelte Harry vor sich hin. Er wußte schon, wie er sich verhalten sollte. Sein Vermieter meldete sich.
„Harry! Ich hatte bei dir geklingelt..., du warst wohl eine Zeitlang außer Haus.“ Sie umarmten sich, mehr schlecht als recht. Harry wies auf seinen Begleiter. „Darf ich dir meinen Onkel vorstellen!“ Hades drückte dem kleinen, schäbig gekleideten Hausbesitzer die Hand. „Mein Neffe hat mir viel erzählt von Ihrer großzügigen Art...“ Sein Gegenüber fiel ihm ins Wort. „Ja, Harry hilft mir auch in manchen schwierigen Fällen.“ Er senkte seine Stimme. „Er kann sein Mietkonto jederzeit überziehen.“ An Harry, mit halblauter Stimme. „Zur Zeit sind es fünf Monate, Harry, wie denkst du darüber?“
Solche direkten Fragen in Anwesenheit eines Fremden konnte sein Vermieter leichten Herzens stellen, der peinliche Charakter, den der Betroffene dabei empfand, berührte ihn nicht. Seine unglaublich lauthalsige Art brachte den coolsten Mann in Rage. Darüber war Harry seit der Begegnung mit Charon hinweggekommen. Seine Antwort kam kurz und knapp, und ähnelte fast schon einer verbalen Ohrfeige.

Seite 109
Ein spitzer weiblicher Schrei ließ sie aufhorchen. Sie folgten der Richtung, aus der er kam, und stießen auf eine breite Flügeltür, die Hades nur anzutippen brauchte, um sie zu öffnen.
Vor ihnen lag ein Wohnzimmerbüro, überall standen bequeme Sessel, Liegen, Tische, Stühle und Schränke aller Art. An einem Massivholztisch in der Nähe des Fensters saßen zwei Männer, die Bea als die Entführer erkannte. Der dritte Mann beschäftigte sich mit Lia, die, wie in alten Verliesen, mit gefesselten Armen an der Wand hing, und den Kopf vor Erschöpfung nach unten fallen ließ. Ihr einziges Kleidungsstück war ein Slip.
„Lia!“ Bea konnte sich nicht beherrschen. Hades hielt sie rechtzeitig zurück, bevor sie unvorsichtig reagierte. „Warte“, sagte er beruhigend, „es wird alles gut.“
Hades‘ Willen gelang es, daß jener Mann, der Lia nahe gekommen war, seine Spielchen aufgab, die er mit seinem hilflosen Opfer getrieben hatte. Er stand jetzt einfach nur herum, hob gelangweilt Lias Kopf und ließ ihn sanft nach unten fallen.

Seite 135
An allen Gliedern schmerzend, rappelten sich die Entführer aus ihrer mißlichen Lage auf. Sie erweckten den Eindruck, als besäßen sie immer noch das Bedürfnis, die Stärkeren zu sein. Sie suchten nach ihren Pistolen. Als sie sie gefunden hatten, immer noch torkelnd und schwach auf den Beinen, traten sie mit gezückter Waffe Hades entgegen, der in einem Sessel Platz genommen hatte, und einen Moment befürchtete, seine göttliche Würde zu verlieren, wenn er sich allzu lange mit solchen Leuten beschäftigte.
„Warum schießt ihr nicht, ihr Feiglinge!“ rief er ihnen provozierend zu. Inzwischen war er wieder zu dem Schöngesicht zurückgekehrt. Die Männer hielten sich aus guten Gründen einige Schritte zurück. Doch der Aufforderung des Schöngesichts, das sie nach Belieben zum Narren halten konnte, vermochten sie nicht zu widerstehen.
Mit teuflischem Grinsen legten sie ihre Waffen auf Hades an und drückten, begleitet von martialischen Rufen, ab, bis zur letzten Patrone. Das Ergebnis war frustrierend. Es machte bei jedem nur Klick! in der Waffe, weiter geschah nichts. All ihre Macht war nun gebrochen. Was für eine Schlappe! Sie fühlten sich schrecklich betrogen, die Waffe in ihrer Hand hatte ihren Sinn verloren. Sie hätten heulen können vor Wut. Doch ihr brutales Bewußtsein kannte keine Ruhe.

Seite 142
Nach einigen Schritten blieb er stehen und hielt mich an der Schulter fest. „Du mußt mich nicht begleiten. Der Rückweg ist mir vertraut. Genieße den Blick auf die Stadt und das Meer. – Du warst ein guter Freund.“ Er sah mich schmunzelnd an. „Wenn ich einen Gehilfen brauchte, wüßte ich, wo ich ihn finden würde.“ Der Druck seiner Hände verstärkte sich. „Wann das sein könnte, bleibt im Dunkel der Zeit, mein lieber Harry.“ Er beugte sich zu mir ans Ohr. „Es geschieht alles so schnell“, sagte er leise. „Wo soll das enden!?“ Ein ungewohnt sanfter Blick seiner Augen ist die letzte Erinnerung an einen eigentümlichen Freund.
Er war fast schon außer Rufweite, als ich ihm hinterherrief: „Charon! Wie werde ich aussehen, wenn ich bei dir erscheine?“ – Er hatte mich gehört, und war stehen geblieben. „Nicht besser und nicht schlechter als jetzt. Und so, wie du dich erkannt hast, nicht anders. Denk daran!“ – Danach verschwand er aus meinem Blick. Ich wischte mir die Tränen aus den Augen und winkte ihm unermüdlich nach. – Ich habe gelesen, daß der Ort, an dem er seinen Nachen bedient, in einem erbärmlichen Dunkel liegt; und das wird all jenen vorbehalten sein, die zu Lebzeiten nicht erkennen wollen, wer sie sind, was sie tun, und wofür sie leben. Und daß es jedermanns verdammte Pflicht ist, der Gemeinschaft nicht aus dem Weg zu gehen.

Seite 169
Mein Weg zum Pizzarestaurant, das man zu den drei großen in unserer Stadt zählte, führte an einer, von der Einrichtung her, total unmodernen Buchhandlung vorbei, die aber, und da lachte jedesmal mein schreibendes Ich, in der ganzen Stadt als einzige ihre Schaufenster überwiegend mit den schönen alten, auf edlem Papier gedruckten Büchern, die nicht nur für Bibliophile eine Freude waren, ausgelegt hatte. Uff! Das wollte ich immer schon einmal gesagt haben. Und das verdient diese Buchhandlung.

Im Laden selbst gab es nur mächtige Regale, die weit in den Raum reichten, bis zu einem kleinen Hof, in dem bei warmer Witterung Buchfeste und Lesungen aller Art abgehalten wurden. Ich hatte mich noch nicht um einen Auftritt beworben, aber ich kannte den Buchhändler, und er wußte von meiner Vorliebe für handgebundene Bücher, die nicht nur von der Aufmachung, sondern auch vom Inhalt her zufriedenstellen mußten.

Der gute Mann war inzwischen über Siebzig; seine Tochter stand ihm zur Seite, eine Brillenschönheit, die, wenn sie ihr Haar hochgesteckt und die viel zu große Hornbrille abgelegt hatte, ein klassisches Profil zeigte, das jeden Mann entzückt hätte.

Seite 173
Den Luxus eines solchen kulturellen Lebensstils, in bester Citylage, konnte sich Praunheim, mein Buchhändler, nur leisten, weil er der Besitzer des Hauses war. Und da lachte es in mir ein zweites Mal; hatte sich Praunheim doch immer schon gegen lukrative Übernahmen der Immobilienhaie mit Erfolg gewehrt. Nicht zuletzt war es seine Tocher Aida, die ihm dabei tatkräftig zur Seite stand.
Hoch lebe Aida! Sie soll den Laden weiterführen. Der alte Praunheim war früher ein begeisterter Opernfan gewesen. Guiseppe Verdi bewunderte er am meisten; was schon lange nicht mehr gilt, seit in modernen Inszenierungen der alten Opern halbnackte Sänger die Bühne bevölkerten. Das war nicht sein Stil. Praunheim soll lange leben!
Ich sah, daß sein Laden mit einer bunten Schar von Zeitgenossen gefüllt war, und ganz gewiß waren gute Leute darunter, mit denen ich mich gern unterhalten hätte. Doch mein Magen knurrte, und das Frühstück war mäßig ausgefallen, und lag schon viel zu lange zurück. „Praunheim, wir sehen uns nach dem Essen!“ rief ich ihm mit leiser Stimme zu, ohne daß er mich hören oder sehen konnte.

Seite 174
Sie rechnete mit dem Schönsten, das an einem solchen Tag ins Bild der Gefühle paßte; sie drückte sich willig an mich, ihr Mund war leicht geöffnet; es waren ihre Augen, die, noch nicht geschlossen, im Sonnenlicht zu funkeln begannen. Und als sie sich schlossen, küßten wir uns – und ein kribbelndes Beben durchfuhr meinen Körper. Ich liebkoste ihren Hals und die Wangen, und fand immer wieder zu ihrem samtenen Mund zurück. Er war mir ja vertraut. Doch das konnte sie nicht ahnen.
Wir lockerten für einen Moment unsere Umarmung. Ein Blick ins Gras sagte mir, daß es ein guter Platz zum Ruhen war. Wir ließen uns nach unten gleiten. Sie nahm die Gelegenheit beim Schopfe, und legte ihren Arm unter meinen Kopf. Jetzt führte sie weiter, was ich begonnen hatte, und sie war unglaublich zärtlich.
Nach einer Weile legten wir uns auf den Rücken, ihr Kopf lag auf meiner Brust. „Komisch“, sagte sie, „auf dem Weg hierher mußte ich immerzu an deine Kolumne über die Engel denken. Erinnerst du dich noch an die Geschichte?“
Ich hätte lachen können vor Freude über diese zauberhafte Entwicklung. Ich wußte jetzt, es ist alles wieder beim alten.

Seite 189
Wie es üblich war bei jeder Begegnung, hatte Martha den runden Tisch im Atelier geschmackvoll gedeckt, mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffee der aromatischsten Sorte. Grünen Tee gab es für Patrick und Gloria. An manchen Tagen, besonders in der Winterzeit, verbrachten wir einen ganzen Tag bei Martha; und sprachen nicht nur über unsere Arbeit, über all die Ideen, die uns heimsuchten, nein, es wurde auch über Alltagsquatsch geredet, über Nachbarn auf dem Land, Hausbesitzer in der Stadt, über Hunde und Pferde – und manchmal über die Liebe.
Marthas Wesen einigermaßen gerecht ins Licht zu rücken, gelingt mir nicht. Sie ist ein Teufelsweib! Wir hatten uns gesucht und gefunden – auf eine wunderbare unverbindliche Weise. Und ich mußte jedesmal höllisch aufpassen, nicht von ihrem verführerischen Liebessog eingenommen zu werden. Sie kann den stärksten Mann zu einem Hampelmann machen – in der Horizontalen, versteht sich. Es ist atemberaubend, mit ihr intensiv verbunden zu sein. Schluß. Ende. Aus. Denn eigentlich hat mir dieses Thema schreibend nie gelegen. Es kann so schrecklich ausufern – und bleibt auf dem Papier. Die Wirklichkeit ist doch ein unendlich weites, schöneres Feld. Und sollte uns in der Erinnerung lange begleiten.

Seite 200
Wir wußten, daß Gloria mit Patrick beschäftigt war; sie konnte mit ihm anstellen, was sie wollte – er glaubte ihr jedes Wort.
Darauf wollten wir verzichten. Was lag näher, als sich der Tradition der wirklichen, erfüllenden Liebe anzuschließen!
Ich war unabhängig, und sogar Bea spukte zur Zeit nicht in meinem Kopf herum. Und Martha konnte sich von jetzt auf gleich in die Rolle der Liebenden verwandeln, vorausgesetzt, sie kam dabei nicht zu kurz, und der Partner lag auf ihrer Wellenlänge.
Der Raum, in dem wir zuletzt landeten, war ihr Schlafzimmer. Und was sie mir an diesem Ort bedeutete, ist eigentlich ein Geheimnis, das ich das erste Mal lüfte: Wenn eines Tages eines dieser feurigen Tiere aus Stein und Metall auf unsere Erde zurast, und nach dem Aufprall ewige Dunkelheit über uns hereinbricht, will ich mit Martha zusammensein, eng verbunden – und im Gefühl der Liebe mit ihr untergehn.
Doch zurück zur Wirklichkeit. – Am Ende jeder schönen Begegnung fand Martha eine Karte, die ich ihr aus Dankbarkeit, Zuneigung, Liebe – oder weil wir es einfach so begonnen hatten, an einem bestimmten Platz in ihrem Haus hinterlegt hatte, dann waren Patrick und ich längst über alle Berge. Und diese Karte, mit unterschiedlichen Motiven, enthielt ein Liebesgedicht, das Martha gewidmet war. Und nur der Himmel kann sagen, warum Martha auf diese Liebesgrüße nicht verzichten konnte.

Seite 204
Warum ist diese Stadt so groß?, fragte ich mich mit zorniger Stimme. Die Straßen nehmen kein Ende. Und wir fuhren mit einem schnatternden Motor an Edelkarossen aller Fabrikate vorbei, als wären in dieser Stadt nur reiche Menschen zuhause.

Dann geschah etwas Unerwartetes, und ich bin mir nicht sicher, wer dafür verantwortlich war. Patrick mußte sich eine Maske aufgesetzt haben, die sein Gesicht furchterregend aussehen ließ, eine andere Erklärung wußte ich nicht, wenn ich an die erschrockenen Gesichter der Autofahrer dachte, an denen wir vorbeifuhren. Sie alle fuhren großzügig zur Seite, so daß die Harley ohne Mühe durch eine regelrechte Gasse fahren konnte. Und das mit einer unglaublich hohen Geschwindigkeit, die ich Patrick inmitten des Verkehrs nicht zugetraut hätte. Als ich ihn darauf hinweisen wollte, lag der City-Kern bereits hinter uns. Wir fuhren der Peripherie der Stadt entgegen, und sahen vor uns in weiter Ferne die grünen Täler des Umlandes. Ich atmete erleichtert auf. Motorisiertes Leben in einer Metropole kann die stärksten Nerven ruinieren.
Doch was wären wir ohne dieses Leben! Müde Wanderer, die es manchmal unendlich schwer hätten, von A nach B zu gelangen. Und das war jetzt – motorisiert – auf jedem Weg ein Katzensprung. Lang lebe unsere motorisierte Zeit!

Seite 214
Der Morgen kam schneller heran, als es uns lieb war. Ich sehnte mich nach der Ruhe in meiner kleinen Wohnung. Das junge Paar schwieg bedeutungsvoll während des Frühstücks. Gloria las ihrem Patrick jeden Wunsch von den Lippen ab. Sie wußten nicht, daß wir die Nacht im Pavillon des Gartens verbracht hatten. Eine seltsame Stimmung hatte uns ergriffen. Ist das einzig auf die Liebe zurückzuführen, überlegte ich. Auch Patrick war anzusehen, daß es ihn in die Stadt zurücktrieb. Soviel Liebe hatte ihn anscheinend überanstrengt; die neuen, nachklingenden Emotionen belasteten ihn, diesen Eindruck erweckte er in mir.
Martha hielt sich an diesem Morgen mit ihrer sonst kessen Art zurück; auch sie war in Gedanken gehüllt und redete kaum. Wir ließen den beiden Jungverliebten alle Zeit, die sie brauchten, um Abschied zu nehmen nach einer schönen Nacht.
Ich wartete mit Martha vor dem Haus, die Hunde tänzelten um uns herum, sie wußten, daß ihre Besucher bald die Flatter machen würden. Ihr Frauchen hatte die Arme um meinen Hals gelegt.
„Könntest du dir vorstellen, hier zu leben...“ hörte ich Martha leise sagen.
„Gloria ist noch zu jung“, gab ich ihr zu bedenken.
„Dann kannst du Patrick gleich mitbringen.“ Ihre Lippen preßten sich auf meinen Mund. Es dauerte eine Weile, bis ich ihr antworten konnte.

Seite 221

„Der verläßt seine Druckerei nicht. Hier ist zu wenig Platz für seine Maschinen. Und...“, ich drückte sie noch einmal fest an mich, als ich sah, daß Patrick erschien, „vergiß nicht, er ist ein Stadtmensch, die Metropole seine Heimat.“
„Und wo ist deine Heimat, Poet?“ Wir hörten den ersten Sound der Harley, Patrick kam langsam herangefahren, schweigend mit gesenktem Blick.
„Überall, wo ich in Ruhe träumen kann – von dir und der Welt.“ Ein letzter Kuß, danach trennten wir uns. Gloria war in der Tür erschienen; die beiden Frauen winkten uns unermüdlich nach, bis wir den Hof verlassen hatten. Pretty und Woman folgten uns noch eine Weile; als Patrick seinem blechernen Pferd die Sporen gab, und wir bald nur noch ein winziger Punkt in der grünen Landschaft für sie waren, blieben die Vierbeiner enttäuscht stehen, drehten sich um und spazierten zurück.

So schweigsam wie an diesem Tag waren wir noch nie in die Stadt zurückgefahren. Der Verkehr in den Straßen zeigte sein ruhigstes Gesicht, obwohl es Werktag war. Innerlich begannen wir uns schon wieder einzuordnen in den Ablauf des Überlebens. Eine notwendige Pflicht, der sich kaum jemand entziehen kann. Ein Glück, daß es die Liebe gibt.

Seite 222

Ich will dir von einem Jungen erzählen, der gerade zwölf Jahre alt geworden ist. Er ist ein Kind der Straße. Mit acht Jahren hat er seine Familie verlassen, in der noch fünf weitere Geschwister lebten, unter erbarmungswürdigen Zuständen – ohne Vater, der angeblich nie zuhause war. Der Zwölfjährige ist der Erstgeborene.
Du weißt, wo ich mich aufgehalten habe, während Hades, dessen Entscheidungen nicht anzuzweifeln sind, mit dir und den beiden Schwestern eine interessante Zeit verbrachte. Ich erlebte zauberhafte Augenblicke im Kreis von drei jungen Damen, in einem ruhig gelegenen Haus am Rand der Stadt.
In dieser schönen Zeit lernte ich Max kennen, das ist der Name des Zwölfjährigen. Er ist seit einigen Jahren der Kalfaktor der drei jungen Damen. Er kauft für sie ein, erledigt Botengänge aller Art, und hört ihnen beim Reden zu. Und dafür erhält er manchen Obolus.

Seite 226

Er ist ehrlich und zuverlässig – und für sein Alter erstaunlich klug, und beinahe hätte ich weltgewandt gesagt, doch dafür kenne ich mich noch zu wenig in euren Breiten aus.
Max verhält sich im Grunde wortkarg – er hat wohl zu viel gesehen, und zu wenig ändern können; zeigt aber schon einen gewissen rhetorischen Witz. Wenn es seine Zeit erlaubt, verschlingt er geradezu jedes Buch, das ihm in die Hände fällt. Er rezitiert poetische Texte aus dem Stegreif, sein Gedächtnis ist phänomenal. Vergiß nicht, er ist einer von euch! Und niemand hat ihn zu dem gemacht, was er ist.
Ich hatte ihm von einem Nebenzimmer aus zugehört, und war begeistert. Und als ich ihn später kennenlernte, in der Maske eines seriösen älteren Mannes, wußte ich, daß er ein Ebenbild von dir ist. Du erkennst sicher schon, worauf ich hinaus will.
Was lag also näher, als ihn zu fragen, ob er interessiert daran ist, einen lebenden Poeten kennenzulernen, und vielleicht einen Mentor in dir zu finden. Er hat ein Vorbild, lieber Harry, wie du es darstellst, verdient.

Seite 227

Denk bitte daran, daß er das Gefühl einer liebenden Zuneigung in seinen jungen Jahren nie erfahren hat, von den freundschaftlich gemeinten zärtlichen Gesten der jungen Damen einmal abgesehen.
Eine große Aufgabe wartet auf dich. Er weiß, wo er dich findet. Und als ich ihm von dir erzählte, wurde er still – und begann zu weinen.
Ja, er weinte. Und ich fand dafür keine Erklärung. Ein zwölfjähriger Bub, der fast sein halbes Leben allein auf der Straße zugebracht hat, beschämte meine Gefühle. Das war eine neue Erkenntnis.
Harry Versbach, ich verlange eine Erklärung dafür! Es scheint mir, als gäbe es bald ein Wiedersehen. Doch versprechen kann ich es nicht. Es gibt da noch einige ungeklärte Fragen, auf die wir Antworten suchen sollten.
Du wirst dem Kleinen sicher ein guter Partner sein. Mit meiner Hilfe kannst du jederzeit rechnen. Später werden wir dann sehen, was aus dem Jungen geworden ist. Mach deine Sache gut, mein lieber Harry. Eine neue große Aufgabe wartet auf dich.

Charon – aus dem Dunkel der Zeit.

Seite 228



Fährmann, o Fährmann - Band 23
Irgendwann am Ende des 21. Jahrhunderts
Erstauflage  Reihe Cimarron bibliophil. Die ersten sieben (numerierten) Ausgaben bleiben beim Team.
Reihe LiteraNoir, Cimarron bibliophil.
Im Prägestempel vom Autor numeriert und signiet.
Buchumfang 270 Seiten
Text/handschriftl. Vermerke/Foto Gregori Latsch, Cimarron-Team
Zwei Grafiken im Druck Harald K. Hülsmann, Cimarron-Team
Gestaltung/Satz/Laserdruck und Cover Doris Hess, Cimarron-Team
Druckpapier Bütten- und Feinpapier in Premium-Qualität.
Buchblock A5-Format, von Hand gebunden. Mit Titelbild (Foto).
Einband Englische Broschur, Leinen oder Leder. Nach Wunsch! Siehe untenstehende Ausführungen.
Neue Reihe: LiteraNoir Roman. Die Geschichte ist in ihrer Art unvergleichbar, was sowohl das Niveau ihrer Dialoge, den frischen, frechen und packenden Stil, als auch die Kombination mit über fünfunddreißig poetischen Texten im Anhang angeht, die zwei im Roman angesprochenen Themen gewidmet sind. Vielleicht ist das der Roman, auf den alle gewartet haben - fast alle.
Und zu allem Vergnügen kommt hinzu, daß der Autor einen Folgeband ins Auge faßt.
  LiteraNoir
In dieser vom Cimarron-Team kreierten neuen Reihe LiteraNoir sollen sukzessive weitere Romane in ähnlicher Art erscheinen.
Besonderheit(en) a) Der Roman basiert auf einer verlorengegangenen kleinen Geschichte (Erinnerung an Charon), von der der Autor nur noch die Titelseite aus den 1970er Jahren besaß. Aus dieser Zeit liegt ein Foto-Porträt des Autors jeder Ausgabe bei, signiert und numeriert.
b) Wie bei allen Veröffentlichungen des Cimarron-Teams üblich, besitzt auch dieses Buch eine relativ dunkle (starke) Schrift, die das Lesen, auch aufgrund eines angenehmen Layouts, zu einem Vergnügen macht.
c) Eine kleine Geschichte des Romans: An einem Tag im September brachte M. aus Frankfurt eine Kopie dieser ersten Seite vom Fährmann in einer Großschrift auf einem Blatt von ca. 60 x 40 cm mit in die Runde, und stellte den provozierenden, faszinierend-frechenText, für jeden sichtbar, auf einen Stuhl. Da wußten wir, daß diese erste Seite nie enden würde - und fest in unserem Gedächtnis verankert bleibt.
Preis Englische Broschur 300,00 €
Leinen 390,00 €
Ganzlederausgabe 450,00 €
(incl. Mehrwertsteuer und frei Zusendung innerhalb Deutschlands.)
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